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Unsere Geschichte

altMit der Gründung einer Musikkapelle fasste die Blasmusik im Februar 1896 festen Fuß in Allmendingen. Eine Gruppe junger, vom Idealismus für die Volksmusik angetriebener Menschen schloss sich unter der Leitung ihres Dirigenten, dem Militärmusiker Albin Hendrichs aus dem benachbarten Blaubeuren, zu einer Musikkapelle in Allmendingen zusammen. Im Jahre 1898 übernahm der Ehinger Uhrmachermeister Hermann Wörz die musikalische Leitung, wodurch die Kapelle in den folgenden Jahren einen beachtlichen Leistungsstand erreichte.
Da Dirigent Herman Wörz außerdem noch die kleine Kapelle in Rottenacker leitete, wurde sehr bald beschlossen, die beiden Kapellen zu vereinigen.

Erst im Jahre 1928 erfolgte in „kameradschaftlicher Geste“ wieder die Trennung der beiden Kapellen. Da Hermann Wörz sich 1909 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Musikleben zurückzog, übernahm Hermann Egle, eines der Gründungsmitglieder, zu dieser Zeit die musikalische Leitung. Der erste Weltkrieg durchkreuzte jedoch sehr schnell dessen Pläne. Während des Krieges ruhte das Musikleben in Allmendingen ganz, da die meisten Musikanten zu den Waffen gerufen wurden. Nach Kriegsende war es wieder Hermann Egle, der mit den wenigen Kameraden, die den Krieg überlebt hatten, das Musikleben neu erweckte.

altErst 1920 erfolgte dann die eigentliche Gründung des Musikvereins, da es aus finanziellen Gründen nötig war sich eine organisierte Vereinsstruktur zu geben. Die Mitgliederzahl wuchs sehr schnell und im Juni 1921 wurde anlässlich des 25jährigen Jubiläums der Kapelle ein großes Musikfest veranstaltet. 1922 folgte dann trotz drohender Inflation der Erwerb einer Vereinsfahne. Auf dem darauf folgenden Musikertreffen in Allmendingen trat die Kapelle am 1. August 1926 erstmals in Uniformen aus dunkelgrünem Stoff auf. Während der einjährigen Abwesenheit des Dirigenten Hermann Egle übernahm 1934 dessen Sohn Josef Egle stellvertretend den Taktstock, bis sein Vater Hermann Egle 1935 zurückkehrte. Dieser war von 1937 bis 1943 zudem erster Vorstand des Vereins.

Nach dem Tod von Hermann Egle 1943 erklärte sich dessen Sohn Leopold, der seit 1934 schon das zum Verein gehörende Streichorchester leitete, sofort bereit, die Kapelle zu leiten. Auch Leopold Egle wurde 1944 zur Wehrmacht einberufen und wieder ruhte das musikalische Leben ganz. 1946 bereits erhielt die Allmendinger Kapelle als erste im Kreis Ehingen von der damaligen Militärregierung wieder die Erlaubnis zum Spielen. Mit großem Eifer führte Leopold Egle in den folgenden Jahren trotz aller Hemmnisse und Schwierigkeiten den Verein auf ein beachtliches Niveau. Einen großen Fortschritt für den Verein brachte das Jahr 1950. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Musikvereins wurde das Kreismusikfest in Allmendingen durchgeführt. Damit hatte sich der Musikverein auch ein großes Lob des Volksmusikverbandes verdient. Eine neue Uniformierung der inzwischen auf 37 Mann angewachsenen Kapelle, die bereits in der Oberstufe spielte, war nun nicht mehr hinauszuschieben. Die Freude über die neuen Uniformen war 1954 sehr groß und um so engagierter setzten sich die Musiker fortan ein, wenn es galt, für die Gemeinde zu spielen.

altEine immense Aufbauarbeit war seit der Wiedergründung des Vereins 1946 geleistet worden. Die Mitgliederzahl wuchs von 79 auf 254 an. Und so sicherte sich der Musikverein Harmonia beim Wertungsspiel 1962 in Ludwigsburg mit einem 1. Rang in der Oberstufe einen weiteren herausragenden Erfolg. Die Erfolge häuften sich und die Zahl der Musiker stieg in dieser Zeit an. Dadurch wurde ein größeres und auch vielseitigeres Probelokal erforderlich. Voller Eifer gingen die Musiker ans Werk und Dank der vielen freiwilligen Arbeitsstunden war es möglich, in kürzester Zeit den Rohbau zu erstellen. am 9. Dezember 1967 wurde das Probelokal schließlich eingeweiht.

Das Jahr 1972 war ein besonderer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte. Der Musikverein wurde mit der Abhaltung des Bezirksmusikfestes beauftragt. Über 50 Kapellen nahmen an diesem Fest teil.

Von 1909 an war die musikalische Leitung der Musikkapelle fest in den Händen der Allmendinger Familie Egle gewesen. Nach über 60 Jahren als aktiver Musiker und 40 Jahren Tätigkeit als Dirigent übergab Leopold Egle am 29.11.1980 in der neu erbauten Turn- und Festhalle den Dirigentenstab an seinen früheren Schüler, den Musikstudenten Lothar Hammer. Zwei Jahre später übergab Paul Maier das Vorstandsamt an den bisherigen Kassier Dietmar Gräter. Der weitere Aufstieg der Kapelle unter ihrem jungen Dirigenten Lothar Hammer zeigte sehr bald die Grenzen des 1967 gebauten Probelokals auf. Erneut befasste sich die Vorstandschaft mit dem Gedanken, ein größeres Vereinsheim zu bauen. In mehr als 12 500 von den Musikern und einigen passiven Mitgliedern geleisteten Stunden gelang es, dieses neue Vereinsheim in einerBauzeit von nur 18 Monaten fertig zu stellen. Noch heute erinnern sich viele Musiker gerne an die Feierabende im Bauwagen und das gemeinsame Vespern auf der Baustelle. In einer würdigen Feier wurde das neue Vereinsheim am 14.12.1985 eingeweiht.

altWährend der ganzen Bauzeit wurde das Musikalische nicht vernachlässigt. Im gleichen Jahr wurde das inzwischen zur Tradition gewordene Osterwunschkonzert wieder abgehalten, an dem die Kapelle erstmals in ihren neuen Uniformen auftrat. Die Instrumentalunterrichte nahmen in dieser Zeit ebenfalls ständig zu und wurden von ausgebildeten Fachkräften vorgenommen. Während zu Beginn des Jahres 1988 bereits die Proben zum Osterkonzert im Gange waren, formierte sich auf Antreiben des Ehrenmitglieds und früheren 2. Vorstandes Alfons Auber eine weitere musikalische Kleingruppe. In der sogenannten Rentnerband trafen sich ehemalige Musiker zweimal im Monat zu einer gemeinsamen Probe. Auch 1990 wurde wieder ein Osterkonzert veranstaltet, bei dem die neu herangewachsene Jugendgruppe neben der Jugendkapelle erstmals auf der Bühne stand.

1998 fand wiederum ein Dirigentenwechsel statt. Als Lothar Hammer, der die Kapelle von 1980 bis 1998 leitete, den Verein verließ, übernahm Jugenddirigent Alwin Bühner vorübergehend auch die Leitung der aktiven Kapelle. Im Herbst des selben Jahres wurde bei einem Herbstfest, dessen Veranstalter der Musikverein war, bereits der neue Dirigent Heiko Jahnke vorgestellt. Diese Zusammenarbeit stand jedoch unter keinem günstigen Stern. Kurz vor dem ersten gemeinsamen Osterkonzert musste die Musikkapelle einen schweren Verlust hinnehmen, als ein aktives Mitglied der Kapelle überraschend verstarb. Das Konzert wurde zwar mit sehr großem Erfolg im Herbst nachgeholt, jedoch wurde die Zusammenarbeit mit Heiko Jahnke kurze Zeit später beendet und Alwin Bühner sprang erneut in die Bresche. Trotz der noch laufenden Dirigentensuche musste aber bereits jetzt schon wieder an die Vorbereitung und die Durchführung des nächsten Osterkonzerts gedacht werden. Ein Dirigent einer befreundeten Kapelle (Christoph Erb) erklärte sich bereit, für dieses Konzert die musikalische Leitung zu übernehmen. Im Winter 2000 fand die Suche nach einem neuen musikalischen Leiter schließlich ein positives Ende, Dirigent Christoph Erb übernahm den Taktstock der Musikkapelle Allmendingen.

Viele erfolgreiche Konzerte und Auftritte folgten in den kommenden Jahren. Im Jahre 2005 wurde ein Förderverein aus der Taufe gehoben, um die immer komplexer werdenden finanziellen Angelegenheiten als auch die anfallenden Arbeiten und Tätigkeiten auf zwei Vereine und mehr Personen verteilen zu können. Das Jubiläumsjahr 2006. 110 Jahre Musikkapelle Allmendingen wurden natürlich besonders gefeiert. Ein Jubiläums-Osterkonzert, eine Serenade vor dem Schloss und der Auftritt von „Ernst Hutter und seinen Original Egerländer Musikanten“, das sind nur ein paar Highlights unserer Jubiläumsveranstaltungen. 2 Auslandsaufenthalte, zum Einen in die Schweiz zu unserer Partnerkapelle Rubigen, zum anderen zur Allmendinger Partnergemeinde Querqueville in Frankreich sollten für alle Teilnehmer ein besonderes Erlebnis werden.